
Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun im Jahr 1922 ist eines der berühmtesten Ereignisse der Archäologie. Howard Carter und Lord Carnarvon wurden zu Legenden – doch im Schatten dieser Namen steht ein Junge aus Kurna, dessen Rolle lange unterschätzt wurde: Hussein Abdelrasol.
Er arbeitete als Wasserträger für Carters Team, als sein Esel an einer Stelle stolperte, wo der Sand unnatürlich zusammengefallen war – direkt über dem heute weltbekannten Eingangsbereich zum Grab KV62.
Seine Geschichte ist nicht nur ein faszinierender Blick in die Realität der archäologischen Arbeit, sondern auch ein Symbol dafür, wie sehr lokale Menschen in Ägypten an großen Entdeckungen beteiligt waren. Für Reisende, die das Tal der Könige besuchen, gehört seine Geschichte zu den eindrucksvollsten menschlichen Erzählungen hinter den Monumenten.
1. Wer war Hussein Abdelrasol?
Hussein wurde um 1900 in Kurna geboren, einem Dorf am Rand des Tals der Könige, in dem viele Gräberarbeiter und ihre Familien lebten. Wie die meisten Jungen seiner Generation arbeitete er bereits früh als Wasserjunge, trug Keramikkrüge, versorgte Arbeiter und Archäologen und kannte jede Sanddüne besser als die Forscher selbst.
Er war Teil einer lokalen Tradition: Familien in Kurna unterstützten seit Generationen Ausgrabungen und waren als unverzichtbare Helfer bekannt.
2. Die Entdeckung – als Geschichte geschrieben wurde

Am Morgen des 4. November 1922 führte Hussein einen Esel entlang der Hügel, als das Tier mit dem Huf gegen etwas Hartes stieß. Hussein bemerkte die verdächtige Stelle und rief einen der Arbeiter herbei – der Rest ist Geschichte.
Howard Carter notierte später, dass ein junger Wasserträger „den ersten Hinweis“ gegeben habe. Ein ikonisches Foto zeigt Carter, wie er dem Jungen eine goldene Skarabäus-Kette umlegt – ein symbolischer Dank für seine Rolle.
Obwohl Details im Laufe der Jahrzehnte romantisiert wurden, bleibt eines sicher: Ohne Hussains Aufmerksamkeit wäre die Entdeckung vielleicht Wochen oder Monate später gelungen.
3. Das Leben nach der Entdeckung
Hussein blieb sein Leben lang in Luxor. Zeitzeugen berichten, dass er später beim Ramesseum Tee an Besucher verkaufte und oft bereitwillig Geschichten über „seinen Fund“ erzählte. Er wurde zu einer lokalen Legende und lebte bis ins hohe Alter; sein genaues Todesdatum ist jedoch nicht dokumentiert.
Für viele Ägypter ist er ein Beispiel dafür, dass auch einfache Arbeiter entscheidende Beiträge geleistet haben – oft ohne offiziellen Ruhm oder Anerkennung.
4. Die Bedeutung für die moderne Archäologie
Hussein Abdelrasol ist heute ein Symbol für:
- die Bedeutung lokaler Gemeinschaften bei Ausgrabungen
- die menschlichen Geschichten hinter großen Entdeckungen
- die soziale Realität der Grabungsarbeiten im frühen 20. Jahrhundert
- den Beitrag ägyptischer Arbeiter, die lange Zeit im Schatten westlicher Forscher standen
Immer mehr moderne Publikationen würdigen nun diese lokalen Stimmen – und Hussein steht stellvertretend für viele weitere Helfer, deren Namen nie in die Geschichtsbücher gelangten.
5. Für Reisende: Wo man Hussains Geschichte heute erleben kann
Wer mit Ägyptika Reisen das Gebiet rund um Luxor erkundet, kann zahlreiche Orte besuchen, die eng mit Hussein verbunden sind:
• Das Tal der Könige (KV62 – Grab Tutanchamuns)
Der Eingang, den Hussein entdeckte, ist heute ein Highlight jeder Besichtigung.
• Das Dorf Al-Qurna
Hussein stammte aus dieser Region, wo viele Gräberarbeiter lebten.
• Das Ramesseum
Hier soll er später Tee ausgeschenkt und mit Touristen gesprochen haben.
• Luxor Museum & Carter House
Beide Orte zeigen Exponate und Dokumente zur Entdeckung von 1922.
Diese Schauplätze machen Geschichte greifbar und zeigen, dass Monumente nicht nur von Pharaonen, sondern auch von einfachen Menschen geprägt wurden.
FAQ – Hussein Abdelrasol
War Hussein wirklich der Entdecker des Grabes von Tutanchamun?
Er war einer der ersten, der die verdächtige Stelle bemerkte – ohne ihn wäre der Eingang nicht an diesem Tag entdeckt worden.
Warum ist er so wenig bekannt?
Weil lokale Arbeiter in den 1920er-Jahren kaum dokumentiert wurden und der Fokus auf den britischen Ausgrabungsleitern lag.
Gibt es Fotos von ihm?
Ja – das berühmte Bild, auf dem Carter ihm einen Skarabäus umhängt.
Kann man die Orte seines Lebens heute besuchen?
Ja – besonders das Tal der Könige und die Region um Kurna.
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Outbound-Links
- Howard Carter & Tutanchamun – Hintergrund:
https://en.wikipedia.org/wiki/Howard_Carter - Grab Tutanchamuns (KV62):
https://en.wikipedia.org/wiki/KV62 - Geschichte der Entdeckung von 1922:
https://www.worldhistory.org/Tutankhamun/ - Dorf Kurna (al-Qurna):
https://en.wikipedia.org/wiki/Old_Gurna
